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KlassikClubCulture

Die Bildungsprojekte der Klassik Stiftung Weimar sprechen bisher vor allem Schüler von Gymnasien an, bzw. Schüler, die von sich aus äußerst motiviert sind, sich mit der Weimarer Klassik auseinanderzusetzen. Dazu zählt beispielhaft das Projekt Cicerone, bei dem Schüler über zwei Jahre in mehreren Wochen sich intensiv in Seminaren und Exkursionen mit der Weimarer Klassik auseinandersetzen.
 
Im Gegensatz dazu orientiert das gemeinsam von der Klassk-Stiftung und dem Berliner Verein "cultures interactive" entwickelte Projekt KlassikClubCulture auf SchülerInnen und Jugendliche, die mit den traditionellen Formen der Kulturvermittlung nicht erreicht werden können, weil sie bildungsbenachteiligt aufgewachsen sind. Bildungsbenachteiligung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass einige Menschen im Bildungssystem systematisch weniger Möglichkeiten im Vergleich zu anderen haben, ein Bildungsziel (z.B. Schulabschluss) zu erreichen. Grund dafür sind geringere Chancen beim Erwerb von Bildung für Menschen mit geringeren sozialen, finanziellen oder kulturellen Ressourcen.
 
Der erste Durchgang von KCC setzte sich aus zwei Aufenthalten in der Bildungsstätte im Wielandgut Oßmannstedt zusammen. Vom 15. bis zum 18.11.2009 fanden sich sieben TeamerInnen von ci sowie zwei TeamerInnen der Klassik-Stiftung zusammen und erarbeiteten Konzepte folgender Workshops:
- KlassikBreakdance
- KlassikRap
- Impro-Theater
- Foto
- Alltagsvergleich mit Goethe und Schiller
- Klassik-Style
- Klassik sounds like …
 
Vom 18. bis 22.01.2010 kamen dann 16 SchülerInnen aus Berlin nach Weimar. Die SchülerInnen kamen von einer Gesamtschule aus Berlin-Marzahn und aus Berlin-Neukölln von einer Schule, wo der Hauptschulabschluss mit großem Praxisanteil nachgeholt werden kann. Der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund betrug 50 %. Die Jugendlichen hatten sich vorab für vier der sieben Workshops entschieden. Da die Beziehung zu den Jugendlichen über die Themen aus Jugendkulturen/Neue Medien zu den TeamerInnen hergestellt werden sollte, um die „klassische Bildung“ zu vermitteln, ist es wichtig, dass sie selbst sich einen Workshop auswählen können. Es wurde Klassik-Rap, der Alltagsvergleich, Klassik-Style sowie Klassik sounds like …. ausgewählt.
 
Die Pressemitteilung der Klassik-Stiftung dazu finden Sie hier.

Trotz kleinerer Problem bzw. Gewöhnungsprozesse kann das Pilotprojekt insgesamt als sehr erfolgreich eingeschätzt werden. Das gesamte Klima der Woche wurde als sehr positiv und entspannt wahrgenommen, es gab viel Kommunikation auf allen Ebenen. Es gab Raum, sich auch über politische Dinge, z.B Rassismus auseinander zu setzen. Die Jugendlichen haben sich für sie fremde Bereiche wie Museen, Unis, die Weimarer Klassik aber auch Kunstfelder und andere Sprachmöglichkeiten erarbeitet.  Insofern war das Pilotprojekt ein voller Erfolg auf der Ebene, der Vermittlung von Wissen über die Weimarer Klassik an die Jugendlichen sowie die Ausbildung von sogenannten „soft skills“, aber auch auf der Ebene der Zusammenarbeit der beiden doch sehr unterschiedlich gelagerten Institutionen KSW und ci. Nicht zuletzt soll auch die beeindruckende Nachfrage der Presseöffentlichkeit nicht unerwähnt bleiben.
 
Einen detaillierten Projektbericht finden Sie hier.